HIDDEN MONUMENTS:
Datacenter (Anti)-Architektur und die Suche nach dem Internet
“Code is the architecture of the 90´s” (Douglas Coupland, Microserfs)
Die utopischen Ideale, die mit dem Aufkommen des Internets in den 1990er Jahren einhergingen, mystifizierten das Internet hin zu einem körperlosen, moralischen Wesen, das nicht greifbar ist.
Der «Code» an Stelle fassbarer Architektur.
Die Hoffnung, dass das Internet eine gestaltlose, befreiende und emanzipatorische Kraft sein könnte, kommt nirgendwo so deutlich zum Ausdruck wie in John Perry Barlows „Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace“ aus dem Jahr 1996:
“Cyberspace consists of transactions, relationships, and thought itself, arrayed like a standing wave in the web of our communications. Ours is a world that is both everywhere and nowhere, but it is not where bodies live”
Die Idee, das Internet sei «not where bodies live» ist ein konstruiertes Narrativ der Tech-Giganten. Das Internet als scheinbar abstrakte, moralische Entität macht es wortwörtlich unantastbar. Diese Idee ist falsch. Das Internet existiert in der physischen Welt. Es sind Data-Centers mit der Grösse einer kleinen Stadt verborgen in kargen Landschaften, anonyme Türme im Urbanen Geflecht oder unscheinbare Hallen in Industriegebieten. Das Internet existiert, verhüllt, versteckt, verborgen.
Durch den KI-Boom multipliziert sich dieses physische Abbild des Internets gerade um ein zigfaches. Den Standort Schweiz als sichere Lagerstätte für wertvolle Güter, überkommt gerade eine Goldgräberstimmung. Diese Entwicklung sehen wir als Anlass das Phänomen Datacenter architektonisch zu untersuchen und das physische Internet zu lokalisieren.
Wir stellen die These, dass Datacenter (Hidden) Monuments der Gegenwart sind.
Die Grundlagen um diese These zu prüfen, erarbeiten wir uns in folgenden drei Teilen.
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NETZWERK_INTERNET
DATACENTER_MONUMENTS
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BIBLIOGRAPHIE
KATALOG_DATACENTER